Die Barbara-Kapelle | ein Pulheimer Kleinod

In der Nähe der Pulheimer Pfarrkirche St. Kosmas und Damian steht an der Venloer Strasse am Rande eines ehemaligen Friedhofs, der heute als Grünfläche gestaltet ist, die Barbara-Kapelle, ein kleines jedoch bemerkenswertes Bauwerk. Der alte Backsteinbau mit achteckigem Grundriss ist verputzt und trägt ein glockenförmige Schieferdach mit einer Haube (Laterne) darüber. Früher befand sich unter dem hölzernen Vordach zur Venloer Strasse hin eine Bauinschrift mit der Jahreszahl 1686, jedoch ist unsicher, ob diese Angabe zutrifft. Da Weihe-Nachrichten aus der Zeit um 1700 vorliegen, dürfte der Bau aus dieser Zeit stammen.

geschichte

Zwei seitlich gelegene Eingänge führen nach innen, was auf die Funktion als Wallfahrtskapelle hindeutet. Die Entstehung verdankt die Kapelle einer Legende. Dies führte bald zu Wunderheilungen, so dass im 18. Jahrhundert stark besuchte Wallfahrten nach Pulheim einsetzten. Zum Barbarafest am 4. Dezember fand jeweils ein großer Vieh- und Krammarkt statt, der den Bewohnern des Umlandes auch zum Einkauf von Flachs für das Winterspinnen diente.

Umgestaltungen und Renovierungen erfolgten 1921 und 1924, als die Kapelle nach dem Ersten Weltkrieg unter anderem mit Holztafeln mit den Namen der Gefallenen versehen wurde und Geld für eine Ausmalung, neuen Verputz und neue Fenster gesammelt werden konnte. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kapelle erhebliche Schäden, da die nahegelegenen Gleisanlagen bombardiert wurden

Wer mehr über die Kapelle lesen möchte, dem seien die Darstellungen von Matthias Bonnesen in den „Pulheimer Beiträgen zur Geschichte und Heimatkunde“, Band 8, 1984, und in der „Sonderveröffentlichung des Arbeitskreises für Geschichte und Heimatkunde e.V.,Gemeinde

Pulheim, Die Orte und ihre Denkmäler“ empfohlen. Ferner sei auf den umfangreichen Bildband „Kirchen, Klöster und Kapellen im Rhein-Erft-Kreis“ von Dr. Frank Kretzschmar, Rheinland-Verlag GmbH, Köln, 1984, hingewiesen.